Bildmotiv zur Selbstfürsorge

Glück und Corona


Corona, Shutdown, Maskenpflicht – Was wir im letzten Jahr vermutlich noch belächelt hätten („Was, ein Shutdown in Deutschland? Kann ich mir nicht vorstellen.“), ist vor einigen Monaten und für einige Monate Realität geworden. Ein neuartiges Virus hat uns überrollt. Häuslichkeit und zuhause bleiben waren das Gebot der Stunde, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, Homeoffice an der Tagesordnung und das gesellschaftliche Leben in der Zwischenzeit teilweise komplett heruntergefahren. Doch was hat diese Zeit mit uns und unserem Wohlbefinden gemacht? Hierzu einige Überlegungen und vier Erkenntnisse.


Glück und … Corona?

Zuhause waren wir auf uns selbst zurückgeworfen. Wenig sozialer Umgang und viel Zeit für Selbstreflektion. Was ist mir wichtig im Leben? Mit was möchte ich mich beschäftigen? Was macht mich zufrieden und glücklich? Hier hatten diejenigen unter uns, die schon vor Corona gut für sich selbst gesorgt haben, indem sie immer wieder Zeiten der Reflektion und Selbstfürsorge in ihren Alltag integriert haben, sicherlich einen Vorteil. Personen, die ihren Selbstwert hauptsächlich im Außen, durch soziale Interaktion und Bestätigung beziehen, waren vom Lockdown schwerer getroffen. Denn es war fast niemand mehr da – zumindest physisch – der ihnen Feedback geben konnte. Schon Aristoteles, einer der ältesten Glückssucher und Philosoph der Antike, sagte: „Das Glück gehört denen, die sich selbst genügen.“

Erkenntnis 1: Selbstfürsorge hilft, auch in schweren Zeiten gut zurecht zu kommen.


Freundinnen

Mehr Zeit schafft mehr Verbundenheit

Wir hatten deutlich mehr Zeit und dadurch ist die Verbundenheit zueinander – so habe ich das zumindest wahrgenommen – deutlich gestiegen. Gelebte Nachbarschaftssolidarität mitten in der Großstadt, in der man sonst eher nebeneinander her wohnt und die Nachbarn teils erst beim Auszug das erste Mal sieht. Anstatt Anonymität gab es viele Angebote an Einkaufserledigungen für Ältere und gegenseitige Ermutigungen mit selbst gebastelten Schildern, zum Beispiel: „Zwischen dem Abstand steckt die Liebe.“ oder „Bitte weiter lächeln.“ – Einfach großartig! Diese gemeinsame positive Einstellung gab Stabilität in der schweren Zeit.

Erkenntnis 2: Verbundenheit trägt und stärkt das Wohlbefinden

Mehr Zeit und weniger Geschwindigkeit

Mehr Zeit, weniger Geschäftigkeit und damit weniger Geschwindigkeit: Durch das Wegfallen vieler Treffen, Termine, Sporttrainings etc. hatten wir auf einmal deutlich mehr Zeit. Dem Lockdown folgt der Slowdown.
Familien mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen sowie Personen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, möchte ich davon allerdings ausnehmen, denn dieser Personenkreis berichtet auf Nachfrage stets von mehr Stress in Zeiten von Corona: Kinder wollen betreut und zuhause beschult werden. Ärzte, Krankenpflegepersonal und Supermarktangestellte halten das System am Laufen. An dieser Stelle: Einfach mal DANKE an euch alle! Ihr seid wirklich systemrelevant! Wie Dankbarkeit und Corona zusammenhängen, erfährst du übrigens hier.
Der andere Teil der Gesellschaft allerdings hatte tatsächlich mehr Zeit zur Verfügung. Und zumindest mir tat diese Entschleunigung unglaublich gut. Ich merkte, dass ich auch mit weniger Geschäftigkeit und Geschwindigkeit – vor allem in meiner Freizeit – gut, ja sogar besser, durch den Alltag komme.

Erkenntnis 3: Entschleunigung tut gut. Einfach mal ausspannen.

Umgang mit neuem Alltag als positive Herausforderung

Nach Ende des Shutdowns sind wir nun mit viel Neuem konfrontiert. Maskenpflicht in den Supermärkten, Registrierungspflicht in Restaurants zur Nachverfolgung potenzieller Infektionsketten und vieles mehr. Dinge, die vorher selbstverständlich waren, müssen nun in anderer Form gemeistert werden und wir sind herausgefordert, dieses neue "Normal" – zumindest vorübergehend – anzunehmen. Auch hier steckt die Chance, diese positiven Herausforderungen anzunehmen, anzugehen und zu meistern. Und wenn wir etwas Herausforderndes geschafft haben, kommen die Glücksgefühle meist von allein. Nicht umsonst reden wir zum Beispiel vom „Gipfelglück“, nachdem wir einen anstrengenden Bergaufstieg hinter uns gebracht haben.

Erkenntnis 4: Das Glück liegt auch darin, Herausforderungen zu meistern.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

Ein Beitrag von Jakob Hahn / August 2020

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