Costa Rica

Glück und Pura Vida

Nano sitzt breit grinsend auf der offenen Veranda seiner selbstgebauten Hütte, schlürft seinen schwarzen Kaffee und lässt den Blick über die saftig grünen Kaffee- und Bananenplantagen an den steilen Berghängen schweifen. Strom gibt es hier nicht. Sein Wasser bezieht er aus einer sprudelnden Quelle in den Bergen. Ein Handy habe er noch nie besessen. Um uns herum tollen Nanos Katzen und Hunde um die er sich liebevoll kümmert. Zwei Ziegen grasen auf der grünen Wiese vor der Hütte. An der Decke hängt ein Schild: „Bienvenidos“ -Willkommen. 

 

„Am reichsten ist der, der am wenigsten braucht“ (Marcus Lucius Annaeus Seneca)

Vor 30 Jahren habe der Costa-Ricaner beschlossen sein Leben im nahe gelegenen Pueblo Orosi hinter sich zu lassen und ein neues Leben in den Bergen zu beginnen. Seither lebt er hier allein im Einklang mit der Natur, bestellt täglich die Felder und führt hin und wieder ein paar interessierte Touristen durch seine Kaffeeplantage zu dem kleinen Wasserfall am Ende des Flusses. Natürlich erst nach einem gemeinsamen Frühstück bestehend aus einem aromatischen Cafecito mit Rum und leckerem gedünsteten Bananenbrot, das er in einer alten Pfanne über einer offenen Feuerstelle zubereitet hat. 

Vermissen würde er nichts. Was mich an Nano besonders fasziniert? Seit 30 Jahren beginnt er jeden Morgen nach Sonnenaufgang auf den Feldern zu arbeiten und ernährt sich von dem was er selbst erwirtschaftet, „Luxus“ ist ihm ein Fremdwort und doch bezeichnet er sich als „glücklichsten Menschen der Welt.“ 

Costa Rica Tisch

Was wir von Nano lernen können?


Minimalismus rockt
Durch einen minimalistischen Lebensstil müssen wir auf nichts verzichten. Ganz im Gegenteil. Wir lernen die Dinge, die wir haben, viel mehr zu schätzen. Wir fühlen uns dadurch leichter, sind uns mehr im Klaren darüber was wir wirklich brauchen und achten somit auch mehr auf Qualität und Nachhaltigkeit. Hin und wieder mal den Kleiderschrank auszumisten und gute Sachen an wohltätige Organisationen zu spenden, kann sich auch schon unglaublich befreiend anfühlen.

Natur pur
Wusstest du, dass Patienten schneller genesen, wenn sie ins Grüne blicken? Oder dass Waldspaziergänge den Blutdruck und die Herzfrequenz senken können? Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass sich die Natur positiv auf unsere Stimmung, unsere Gesundheit und auf unser Wohlbefinden auswirkt. Hierzu muss man nicht zwangsläufig in eine Waldhütte ziehen. Es reicht auch schon regelmäßige Spaziergänge im Grünen zu unternehmen oder sich die Wohnung schön mit Pflanzen einzurichten.

Geben macht glücklich
Nano besitzt nicht viel und doch ist er unglaublich gastfreundlich und besteht darauf seine Besucher zum Frühstück einzuladen. Großzügigkeit wirkt sich positiv auf unser subjektives Glücksempfinden aus – mehr als würden wir uns selbst belohnen. Selbst kleine Gesten, wie jemandem die Tür aufzuhalten oder jemandem ein herzliches Lächeln zu schenken, führen nachweislich zu positiven Gefühlen. Lass uns gemeinsam das Glück in die Welt hinaustragen.

In diesem Sinne ein glückliches, neues Jahr 2021.

Ein Beitrag von Julia Pfannenstein/ Januar 2021 / 
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