Familienglück

Glück und soziale Kontakte


Da ist er nun, der zweite Lockdown in Deutschland innerhalb eines Jahres. Und ein Begriff, den vor 8 Monaten noch kaum jemand kannte, ist wieder in aller Munde: social distancing.  

Auf ein Neues heißt es jetzt: Abstand halten, soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren, wenn möglich im Homeoffice arbeiten. Das alles tun wir, um das Ansteckungsrisiko für uns und andere zu reduzieren und gesund aus dieser Krise heraus zu kommen. 

Doch als Happiness-Trainerin muss ich auch sagen: soziale Kontakte sind wichtig für unser Glück und unser Wohlbefinden! Es ist eines unserer menschlichen Grundbedürfnisse, in Austausch und Verbundenheit mit anderen Menschen zu stehen. Auch wissenschaftliche Studien belegen schon seit längerem, dass enge und unterstützende Beziehungen ein Kennzeichen von sehr glücklichen Menschen ist.* Und wir wissen auch, dass ein Gefühl von Einsamkeit und Unverbundenheit das Risiko von psychischen Erkrankungen erhöht.** 

Um nun unsere psychische Gesundheit nicht zu Gunsten unserer physischen Gesundheit zu opfern, macht es Sinn nochmal etwas genauer hin zu sehen und den ein oder anderen Tipp in der Lockdown-Phase umzusetzen. 

Klasse statt Masse

Glückliche Menschen zeichnen sich beispielsweise nicht so sehr über die Masse an sozialen Kontakten aus, sondern vielmehr über die Qualität, die hinter diesen Kontakten steht. 
Eine gute Freundin, der ich meine Sorgen und Nöte mitteilen kann und die mir mit Rat und Tat zur Seite steht macht also glücklicher als jede Menge weitgehend anonymer Freunde auf einer Social-Media-Plattform. 
Wie wäre es dann also beispielsweise mit einem wöchentlichen Telefondate mit besagter guter Freundin? Am besten immer am gleichen Wochentag und zur gleichen Uhrzeit fest notiert im eigenen Kalender. Dann rutscht dieser wichtige Termin auch nicht bei all den dringenden Aufgaben gleich wieder hinten runter. Und Ihr müsst Euch auch keine Gedanken über Abstandsregelungen und Ähnliches machen. 


 

Netzwerken

Schenken macht Freude

Glückliche Menschen zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie ihr Geld eher für andere als für sich (und eher für Erlebnisse statt für materielle Gegenstände) ausgeben. 
Gut, dass nun bald Weihnachten vor der Tür steht und wir uns jetzt schon überlegen können, was so alles Schönes auf dem Gabentisch liegen soll. Und zwar nicht nur bei uns, sondern auch bei den Menschen, die uns lieb und wichtig sind. Dabei kommt es allerdings nicht darauf an, dass es möglichst groß und teuer ist, sondern von Herzen geschenkt wird. Und es ist sicherlich mal eine Überlegung wert, gemeinsame Zeit zu verschenken, beispielsweise für Konzertbesuche, Spaziergänge, Koch- oder Spielabende, … .
Im Übrigen brauchen wir auch keinen Grund zu schenken. Probiere es doch mal aus und mache Deinen Lieben schon jetzt eine freudige Überraschung. Du wirst sehen, das Glück der anderen wird in gleichem Maße zu Dir zurückkommen.  


Gutes Tun wirkt

Glückliche Menschen zeichnen sich auch darüber aus, dass sie sozial engagiert sind und sich um sich und ihre Mitmenschen kümmern. Gerade jetzt im zweiten Lockdown bietet sich uns nochmal die Chance dazu, etwas Gutes für unser Umfeld – und damit auch für unser eigenes Glückserleben – zu tun. Der Einkaufsdienst für die Menschen der Risikogruppe und das freiwillige Nähen von Mund-Nase-Bedeckungen sind ja mittlerweile allseits bekannt. In Deinem Ort gibt es sicherlich noch weitere Möglichkeiten, wie Du Dich auch gerade jetzt sozial engagieren und ganz nebenbei Dein soziales Netzwerk qualitativ erweitern kannst. 




Soziale Kontakte sind ein Geschenk

Familie, Freunde, Partnerschaft – die Menschen in unserem sozialen Umfeld schenken uns Freude und Glück, bieten uns Unterstützung und Halt, spenden Trost und Aufmunterung. Sie sind eine wichtige Kraftquelle für unser tägliches Leben, eine Grundvoraussetzung für unser Wohlbefinden und ein Geschenk, mit dem wir wertschätzend umgehen sollten. 




Ein Beitrag von Carola Hellwig / November 2020 / www.happiness-schmiede.de


*Vgl. Ed Diener & Martin Seligman, „Very happy people“, 2002 

** Vgl. Louise C. Hawkley & John T. Cacioppo, „Loneliness Matters: A Theoretical and Empirical Review of Consequences and Mechanisms“.